1892 – 2017: Rückblick auf 125 Jahre Eschweger Posaunenchor 

 

von Heinrich Mihr

 

"Mit Eifer hat er sich stets auch für die Arbeit unseres Posaunenchors eingesetzt.“ So war am 28. April 1934 in einer Traueranzeige für Pfarrer Friedrich Arnold zu lesen, die der Christliche Verein junger Männer im Eschweger Tageblatt veröffentlicht hatte. Bis zu seinem Tod als aktiver Pfarrer im Alter von 70 Jahren hatte Arnold seinen Dienst als Pfarrer in der Neustädter Gemeinde versehen. Hinter dem kurzen Satz in der Traueranzeige steht ein großer Teil des Lebenswerkes eines Mannes, der am Anfang der 120jährigen Geschichte des Eschweger Posaunenchors stand. Friedrich Arnold hatte 1888 als 25jähriger seinen pfarramtlichen Dienst in Eschwege begonnen. Es war die große Zeit der kirchlichen Vereine, die überall im Land gegründet wurden. Sie waren eine Antwort der Kirche auf Veränderungen, die sich damals in der Gesellschaft vollzogen und manche Menschen in Not gebracht hatten. Bereits in den ersten Jahren seines Dienstes entwickelte Arnold als junger, dynamischer Pfarrer große Aktivitäten. So wurden auf seine Initiative hin in Eschwege Gruppen und Kreise gegründet. Manche trugen Namen, die uns heute seltsam anmuten. So gab es zum Beispiel den Missionsnähverein oder den Jungfrauenverein. Andere bestehen bis heute oder haben Spuren hinterlassen: Landeskirchliche Gemeinschaft, Neustädter Kirchenchor, Bibelstunde. Bereits zwei Jahre nach seinem Dienstantritt im Jahr 1890 hatte er auch den Jünglingsverein gegründet, der später in CVJM umbenannt wurde. Den alten Vereinsakten ist zu entnehmen, dass der Jünglingsverein bei seiner Gründung ein Vereinslokal „„Hinter der Marktkirche 19, bei Laun“ hatte. Hier traf sich auch der neu gegründete Posaunenchor. 1908 wurden die Übungsstunden in das neue Ev. Vereinshaus, Boyneburger Str. 8, verlegt. Schließlich wurde 1952 das CVJM-Haus Reichensächser Str. 28, Heimat des Posaunenchors. Zwei Jahre nach der Gründung des Eschweger Jünglingsvereins wird in der Statistik 1892 für den Dachverband, dem Westdeutschen Jünglingsbund, der Posaunenchor erstmals erwähnt. Friedrich Arnold schreibt in der Statistik: „Seit August des Jahres 55 Mark gesammelt zu Posaunen.“ Für große Projekte wurden auch damals schon Spenden gesammelt. Aus der Vereinsstatistik des CVJM, 1892: „Seit August d. J. 55 Mark gesammelt zu Posaunen.“ Ab 1892 wird der Posaunenchor dann immer wieder in der jährlichen Statistik des Vereins erwähnt.

 

Der Eschweger Posaunenchor gehört somit in die Reihe der ältesten heute noch aktiven Posaunenchöre in Deutschland. Kirchliche Posaunenchöre sind heute durch einen Dachverband, bei uns dem Posaunenwerk der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck, untereinander verbunden. Über 100.000 Menschen spielen heute in Deutschland in einem Posaunenchor. Die Posaunenchöre zählen damit zu den größten Laienbewegungen in der evangelischen Kirche. Auch nach 125 Jahren hat der Eschweger Posaunenchor – wie viele andere Posaunenchöre auch – ein breites Betätigungsfeld im kirchlichen Leben. Der Einsatz im Gottesdienst in Kirchen und im Grünen ist eine zentrale und bleibende Aufgabe. Dazu kommen regelmäßigen Einsätze in Altenheimen, Gestaltung von Konzerten, Kurrendeblasen oder auch sonstige besondere Gelegenheiten, zu denen der Posaunenchor gebeten wird. Doch zurück zum Beginn des Chors: Pfarrer Arnold schloss sich mit der Gründung des Posaunenchors einer Bewegung an, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vom berühmten „Posaunenpastor" Johannes Kuhlo aus Jöllenbeck in Ostwestfalen ausging. Auf Kuhlos Initiative hin wurden überall in Deutschland Posaunenchöre gegründet. Aufgabe der Posaunenchöre sollte es sein, die Verkündigung des Evangeliums mit Blasinstrumenten in die Öffentlichkeit zu tragen. Dabei kamen natürlich nicht nur Posaunen zum Einsatz, sondern darüber hinaus auch Hörner, Trompeten, Tuben, gelegentlich auch Trommeln.

 

Damals war es üblich, dass die Jünglingsvereine – so auch in Eschwege - verschiedene Abteilungen hatten, in denen die jungen Männer in christlichem Geist sinnvoll ihre Freizeit gestalten konnten. Darunter gab es für uns heute so seltsam anmutende Abteilungen, wie den „Unterstützungsverein Bruderliebe“, eine „Sektion vom christlichen Soldatenbund“, einen „Gesangschor“, die „Turnabteilung“ oder eben auch den „Posaunenchor“. Von 1892 an taucht er regelmäßig in den Programmen der Jahresfeste des Ev. Jünglingsvereins auf. Gespielt wurden neben Chorälen vor allem Musikstücke, die dem damaligen Zeitgeschmack entsprachen. Im Jahr 1900 wird in der Vereinszeitung erwähnt, dass der Posaunenchor bereits 15 Mitglieder habe. Die Instrumente und Musikalien hätten einen Wert von 500 Mark – für die damalige Zeit sicher eine hohe Summe. Die Posaunenchorbewegung war vor allem Laienbewegung in der Kirche. So lag in den ersten Jahren die Leitung des Chores in den Händen von Bäckermeister Hüther. Nachdem der Chor in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg auf etwa 20 Mitglieder angewachsen wurde unter der Leitung von Kanzleisekretär Theodor Heckmann aus dem Höhenweg musiziert.  

 

Die Nazizeit bedeutete für den Posaunenchor wie für viele andere christliche Verbände einen Einbruch. Die Jugendarbeit des CVJM wurde „gleichgeschaltet“ und 1940 wird in den CVJMAkten ein W. Salzmann als Chorleiter erwähnt. Sofort nach dem Zusammenbruch 1945 rief Pfarrer Wintzer ehemalige Bläser zusammen. Wie sich einige Ehemalige von damals erinnern, war der erste Auftritt am Reformationsfest 1945 im Gottesdienst. Horst Zeuch als Sohn des CVJM-Sekretärs sowie die Pfarrer Hochhuth, Wintzer und der Prediger der landeskirchlichen Gemeinschaft Ritzkowsky mit ihren Söhnen bildeten den Grundstock des Chores. Außerdem spielten noch andere Jugendliche und Erwachsene mit. Mädchen und Frauen waren in jenen Jahren in einem Posaunenchor noch nicht vorstellbar. Die Jungbläser von damals erinnern sich, dass Herr Grebenstein, ein alter Mann aus dem früheren Chor, die Jungen –später auch Mädchen- angeleitet habe. Beliebter und ungestörter Übungsplatz für die Jungen war, wie Martin Hochhuth sich erinnert, das Gartenhaus hinter dem Pfarrhaus 1 der Altstadt. Heute steht dort das AOK-Gebäude. Dort machten sie ihre ersten Versuche auf den Blasinstrumenten. Horst Zeuch erinnert sich, wie die Jungbläser kurz nach dem Krieg zu Fuß nach Schwebda gingen und nicht davor zurückschreckten, von dort Instrumente eines aufgelösten Posaunenchors, darunter auch sehr schwere, zu Fuß nach Eschwege zu tragen. Man scheute keine Mühe, weil die Begeisterung für das Blasen offensichtlich riesengroß war. Mindestes seit 1925: Choralblasen vom Nikolaiturm Eschweger Tageblatt 2. Mai 1925 1960 verließ Pfarrer Wintzer Eschwege und übernahm die Pfarrstelle Simmershausen.  

 

Bis 1969/1970 werden dann verschiedene Chorleiter in den Monatsprogrammen des CVJM erwähnt. Es waren vor allem Hephata-Diakone, die in der Jugendarbeit des CVJM tätig waren. Folgende Namen tauchen auf: Genzmer, Gössling, Lehmann, Sievers, Steinhäuser, Weferling, Hubmann. Um 1970 - nach dem Weggang von Jugenddiakon Hubmann, der den Posaunenchor bis dahin geleitet hatte, - musste der Chor vorübergehend seine Arbeit einstellen. Etwa 1973 entwickelte Pfarrer Friedhelm Rode von der Marktkirche die Idee, „Waldgottesdienste“ am Cyriakusbach und auch am Frau-Holle-Teich auf dem Meißner zu feiern. Musikalisch wurden diese Gottesdienste zunächst vom Posaunenchor aus dem Eschweger Stadtteil Oberhone unter der Leitung von Karl Dilchert ausgestaltet. Einige Bläser aus dem alten Eschweger Chor halfen dabei gelegentlich mit. Manfred Wintzer , Chorleiter Eschweger Posaunenchor 1962 Pfarrer Friedrich Wintzer 1892 – 2017:: Rückblick auf 125 Jahre Eschweger Posaunenchor 4 Dabei entstand 1974 die Idee, den ruhenden Eschweger Chor wieder zum Leben zu erwecken, den Pfarrer Rode noch selbst von 1968-1972 als 1. Vorsitzender des CVJM erlebt hatte. So wurden im Januar 1975 ehemalige Bläser eingeladen mit Hilfe der alten CVJM-Instrumente und -Noten den Chor wieder zu aktivieren. Jetzt war er aber nicht mehr eine Abteilung des CVJM, sondern musizierte als Posaunenchor im Gesamtverband der Ev. Kirchengemeinden in Eschwege. Das einzige heutige Mitglied des heutigen Posaunenchors, das auch schon damals aktiv dabei war, ist Friedbert Ruff. Der Eschweger Musiker Weitzmann-Muscat leitete die ersten Chorstunden, die zunächst im Gemeinderaum bei der Marktkirche, später im Kindergarten am Schwanenteich stattfanden. Die Leitung des Chores lag, wie Friedhelm Rode in der Chronik der Marktkirche schreibt, verteilt bei „Dr. Ruff, W. Sippel, F. Rode.“ Obwohl der Chor keinen festen Leiter hatte, gesellten sich in diesen Jahren bald neue Bläser und nun auch Bläserinnen hinzu.

 

Nach seinem Dienstantritt in Eschwege leitete dann ab 1977 Bezirkskantor Siegfried Neuber bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand in 1991 den Posaunenchor. Unter der Leitung von Siegfried Neuber gab es eine gute und fruchtbare Aufbauarbeit. Der Übergang von der alten Generation zum Nachwuchs mit den Kindern, vor allem auch aus der Kurrende, brachte dem Chor einen großen Aufschwung. Zeitweise waren es 20 - 25 Bläser, mit denen auch doppelchörige Stücke gespielt werden konnten. Der Posaunenchor wirkte auch regelmäßig bei den Schallplattenaufnahmen des Bezirkskantorats mit. Um die Zusammenarbeit mit anderen Chören im Kirchenkreis zu fördern, trat der Chor in diesen Jahren auch dem Posaunenwerk der Landeskirche bei. Leider hat es die damaligen (Jung-)Bläser in alle Winde geweht und der Chor konnte in den folgenden Jahren nicht mehr von der damaligen Ausbildung profitieren. Die Übungsstunden finden seitdem bis heute im 1977 erbauten Gemeindehaus in der Rosengasse statt. Eine schöne Tradition war das alljährliche „Grenzblasen“ am 1. Weihnachtstag gegen Mittag. Direkt an Grenze zur DDR wurden über den Zaun Weihnachtslieder Richtung Kella geblasen. Nach Grenzöffnung wurde bestätigt, dass die Einwohner des im Eichsfeld gelegenen Dorfes Kella sich alljährlich über diesen musikalischen Weihnachtsgruß gefreut haben. Der letzte Einsatz war am 1. Weihnachtstag 1989 als der Chor über einen provisorischen Grenzübergang direkt nach Kella fahren konnte, dort herzlich empfangen wurde und an der dortigen Kirche spielte. 10 Jahre nach Grenzöffnung, am 1. Weihnachtstag 1999, wurde die Weihnachtsmusik in Kella noch einmal wiederholt. Ab 1991 folgte wieder eine Zeit ohne festen Chorleiter, in der sich aber - wie auch schon in den Jahren zuvor - Dr. Friedbert Ruff um die Aufrechterhaltung der Übungsstunden und die Ausbildung von Jungbläsern sehr verdient gemacht hat. Mit viel Mühe hat er trotz hoher beruflicher Belastung ehrenamtlich in diesen Jahren den zahlenmäßig klein gewordenen Chor mit spürbarer Freude „über Wasser“ gehalten. 

 

Ein erneuter Aufbruch für den Chor kam 1996, als Kirchenmusikdirektor Friedrich Hönsch aus Eisenach eine halbe Bezirkskantorenstelle als Vertretung im Erziehungsurlaub für Bezirkskantorin Susanne Voß übernommen hatte. Bis zum Beginn einer schweren Erkrankung im Februar 2001 leitete er den Posaunenchor. Während dieser Zeit fanden die wöchentlichen Übungsstunden statt im Neustädter Gemeindehaus über längere Zeit in dem heute nicht mehr existierenden alten Gemeindehaus der Kreuzkirche statt. Durch intensive Probentätigkeit konnte er sehr schnell den Chor musikalisch weiterentwickeln. Sein hohes musikalisches Können und Wissen, aber auch seine Frömmigkeit, haben den Chor damals sehr geprägt. Auch durch seine freundliche und menschliche Art ist die gute Gemeinschaft im Chor, das Verständnis zwischen älteren und jungen Mitgliedern gewachsen. Es wurden in dieser Zeit Strukturen geschaffen, die bis heute nachwirken. Vermehrt wurden Gottesdienste musikalisch ausgestaltet –auch mit einer Reihe eigener Kompositionen von Friedrich Hönsch - und eigene Konzertprogramme des Chores einstudiert. Auf seine Anregung hin wurden die jährlichen Übungswochenenden oder die geselligen Zusammenkünfte eingeführt, die bis heute – seit Jahren auch mit Familienangehörigen - fortgeführt werden. In diesen Jahren schlossen sich dem Eschweger Posaunenchor einige erfahrene erwachsene Bläserinnen und Bläser an. Das war für den Chor ein großer Gewinn. Als kirchenmusikalischer Fachmann für Bläserarbeit konnte Friedrich Hönsch auch die Ausbildung von Jungbläsern intensivieren. Friedrich Hönsch starb am 11. September 2001. Der Posaunenchor spielte zu seiner Beerdigung auf dem Friedhof in Eisenach.

 

Großes Engagement für den Fortbestand des Chors hat nach dem Tod von Friedrich Hönsch Chormitglied Jürgen Schuppner gezeigt. Dankenswerterweise hatte er sich sehr schnell bereit erklärt, ab 2001 den Chor interimsweise im Geist von Friedrich Hönsch zu leiten. Dies geschah zunächst ehrenamtlich, nach dem Tod von Friedrich Hönsch dann als nebenamtlicher Chorleiter – trotz großer eigener beruflicher Anforderungen. Unter seiner Leitung konnte 2002 mit Unterstützung von Landesposaunenwart Andreas Spuck (heute Andreas Jahn) das musikalische Programm zum 110jährigen Jubiläum, das noch mit Friedrich Hönsch geplant war, vorbereitet und durchgeführt werden. Aus der “Interimsleitung“ wurden dann letztlich drei Jahre Chorleitung durch Jürgen Schuppner. Nach den Vorstellungsgesprächen und dem Probedirigieren des Posaunenchors durch die Bewerber sprach LKMD Martin Bartsch in seiner ihm eigenen humorvollen Art ihm ein Lob für die Chorleitung aus: „Man merkt sofort, dass der Chor  nicht verwildert ist, das ist Ihr Verdienst!“ Von einem Kirchenmusikprofi an einen Laien gerichtet, war das offensichtlich als großes Kompliment gemeint. Es ist schön, dass Jürgen Schuppner auch heute noch immer wieder vertretungsweise die Chorleitung übernimmt. Schon zur Zeit von Friedrich Hönsch war die Einrichtung einer festen zweiten Kirchenmusikerstelle im Kirchenkreis geplant, da die musikalische Arbeit im Kirchenkreis stark gewachsen war. Friedrich Hönsch sollte diese Stelle übernehmen. Aber erst 2004 konnte diese Stelle nach vielen Verhandlungen errichtet werden.

 

Im Januar 2004 wurde dann die neue Kirchenmusiker-

stelle im Kirchenkreis mit Spezialkantor Andreas Batram besetzt. Er leitet bis heute den Eschweger Posaunenchor. Die Bläserinnen und Bläser freuen sich auf die allwöchentlichen Probenabende und die Chorgemeinschaft. Andreas Batram führte die intensive Jungbläserausbildung fort und konnte den Chor seitdem mit großem Engagement und besonderen Akzentsetzungen musikalisch weiterentwickeln. Unter seiner Leitung lernte der Chor neue Klangwelten kennen, die mit viel Freude musiziert werden. Auch neue Bläserinnen und Bläser schlossen sich in dieser Zeit dem Chor an. Durch intensive Probenarbeit waren seitdem in jedem Jahr eine Reihe von schönen Konzerten möglich. Daneben gab es alljährlich zahlreiche andere Einsätze, wie der anschließende Überblick zeigt. Unter der Leitung von Andreas Batram ist die Zahl der Bläsereinsätze noch einmal sehr angestiegen. Auch an der Erstellung einer CD der Eschweger kirchenmusikalischen Gruppen war der Posaunenchor durch einige Bläserstücke beteiligt. Zur Tradition sind in den letzten Jahren auch gesellige Anlässe geworden, wie die „Jahreshauptversammlung“ Anfang Januar (gemeinsames Essen, Rückblick und Jahresplanung), sommerliche Grillabende mit „Kind und Kegel“ und familiäre Anlässe von Chorangehörigen mit Ständchenspielen oder das „Gemütliche“ im Warmen bei einem Chormitglied am 4. Advent nach dem kalten Meißnergottesdienst. Der Chor freute sich, unter der Leitung von Andreas Batram mit einer Festwoche vom 28. Mai – 3. Juni 2012 das 120jährige Jubiläum begehen zu können. 

 

Die erfolgreiche und intensive Arbeit unter der Leitung von Andreas Batram konnte auch nach dem Jubiläumsjahr 2012 fortgesetzt werden. Immer wieder wurden Jungbläser ausgebildet, die aber leider oft nach Beendigung ihrer Schulzeit Eschwege verlassen. Deswegen ist es ein Glück, dass im Eschweger Posaunenchor viele erfahrene und ortsansässige Bläserinnen und Bläser gemeinsam musizieren. Alljährlich gab und gibt es in kleiner oder großer Besetzung etwa 35 bläserische Einsätze des Eschweger Posaunenchors bei vielen kirchlichen oder auch bei weltlichen Anlässen.

 

 

Musikalische Höhepunkte waren unter anderem:

- In jedem Jahr eine mehrtägige Übungsfreizeit mit den Jungbläsern sowie Familienangehörigen

- Gestaltung von Musikalischen Vespern und Konzerten

- Teilnahme an den Landesposaunentagen oder auch am Deutschen Ev. Posaunentag

- Teilnahme an den Kreisposaunenfesten

 

Der Eschweger Posaunenchor freut sich, dass er 2017 unter der Leitung von Spezialkantor Andreas Batram sein 125jähriges Bestehen feiern konnte. Über das ganze Jahr verteilt wurde dieses seltene Jubiläum gebührend gefeiert. Auftakt des Jubiläumsjahres war eine nachweihnachtliche Bläsermusik am 29. Januar in der Eschweger Marktkirche. Am 13. Mai musizierte der Eschweger Posaunenchor zur Mittagszeit auf dem Eschweger Marktplatz und lud damit noch einmal zum abendlichen mit BOZEN BRASS in der Kreuzkirche ein. Da aus verschiedenen Gründen 2017 keine Posaunenchorfreizeit stattfinden kann, fanden mehrere intensive Übungstage in Eschwege statt. An einem Festwochenende in der Neustädter Kirche gestaltete der Eschweger Posaunenchor zusammen mit dem Ensemble Aufgebrasst am 23. September 2017 eine Musikalische Vesper. Im Festgottesdienst am 24. September hielt Pröpstin Katrin Wienold-Hocke die Predigt halten und Prädikantin Annemarie zeichnete für die Liturgie verantwortlich. Nach dem Gottesdienst wurde dem Eschweger Posaunenchor durch Landrat Stefan Reuß in Vertretung für den Hessischen Ministerpräsidenten die vom Amt des Bundespräsidenten gestiftete PRO-MUSICA-PLAKETTE verliehen. Diese seltene Auszeichnung wird Musikvereinigungen verliehen, die nachweislich und lückenlos über 100 Jahre bestehen. Bisher haben nur 36 Posaunenchöre in Deutschland diese hohe Auszeichnung erhalten. Für 67 Jahre im Dienste der Kirchenmusik wurde Dr. Friedbert Ruff mit der Walter-Blankenburg-Medaille der Landeskirche geehrt. Auch alle anderen Chormitglieder erhielten Ehren- bzw. Erinnerungsurkunden. Für den 11. November war der in Posaunenchorkreisen bekannte und beliebte Komponist Michael Schütz zu einem Workshop eingeladen. Der Workshop war auch offen für Bläser aus anderen Chören. Insgesamt kamen über 40 Bläser. Parallel dazu fand ein Workshop für Jungbläser unter der Leitung von Landesposaunenwart Andreas Jahn statt. Krönender Abschluss des Jubiläumsjahres war am 9. Dezember ein Konzert der auch international bekannten Formation GERMAN BRASS in der Neustädter Kirche.